Dienstag, 4. Dezember 2012

Adventskalender-Post 4

Heute ist es Zeit für das vierte Türchen und das heißt es gibt eine Buchvorstellung.
Viel Spaß damit und einen schönen vierten Dezember :)


Buchvorstellung "Gut gegen Nordwind" - Daniel Glattauer

Emmi Rothner möchte ihr Zeitschriften-Abo „Like“ kündigen. Wegen eines Tipfehlers werden ihre Nachrichten jedoch an Leo Leike gesendet. Emmi fällt dieser Fehler jedoch nicht auf und so sendet sie ihm immer und immer wieder Nachrichten. Bis er sie über ihren Fehler aufklärt. 
Einige Monate später erhält Leo eine weitere Mail. Emmi ist Webdesignerin und hat ihn versehentlich in ihre Kundendatei aufgenommen. So hat auch er die Weihnachtsgrüße erhalten, die für ihre Kunden bestimmt waren. 
Seine Reaktion darauf folgt prompt. 

Liebe Emmi Rothner, wir kennen uns zwar fast noch weniger als überhaupt nicht. Ich danke Ihnen dennoch für Ihre herzliche und überaus originelle Massenmail! Sie müssen wissen: Ich liebe Massenmails an eine Masse, der ich nicht angehöre. Mit freundlichen Grüßen, Leo Leike. (Seite 7)

Emmi entschuldigt sich natürlich umgehend, aber die beiden tauschen noch einige weitere kurze Mails aus. Sie beginnt ihn bei seinem Vornamen zu nennen und fordert ihn auf, das Gleiche bei ihr zu tun. 

Aus einem kleinen Tippfehler entsteht nach und nach ein Gedankenaustausch, der über ein Jahr andauert und obwohl beide versuchen ihr eigenes Leben nicht in diese Nachrichten mit einzubeziehen erfahren sowohl Leo als auch Emmi eine ganze Menge über das Leben des Anderen.
Und wenn man so lange mit einer anderen Person schreibt, möchte man doch auch irgendwann wissen, wie der andere aussieht. 
Aber kann man sich wirklich mit jemandem treffen, den man nur wegen ein paar E-Mails kennt? Und zerstört das nicht die Vorstellung die man vom Anderen hat?

Ob sie sich wirklich treffen und wie es weitergeht könnt ihr gern nachlesen!

Gut gegen Nordwind ist eine Art moderner Briefroman, in dem man den Nachrichtenwechsel zwischen Emmi Rothner und Leo Leike verfolgt. Ich finde, dass er sich sehr angenehm liest, vor allem weil es keine unnötige Nebengeschichte und auch keine unwichtigen Details gibt. Auch die Idee der Geschichte finde ich sehr schön: Zwei fremde Menschen, die nur durch einen Tippfehler zusammengefunden haben, schreiben sich über eine lange Zeit E-Mails und möchten mit der Zeit wissen, wie der andere aussieht, wie die Stimme klingt, sie möchten mehr über das Leben des Anderen erfahren.
Mit schätzungsweise 1400 - 1500 E-Mails schafft es Daniel Glattauer eine Geschichte von zwei Menschen zu erzählen. Er schafft es Spannung zu erzeugen, begeistert seine Leser und obwohl man meinen könnte so eine Geschichte sei vorhersehbar, schafft er es immer wieder unerwartete Wendungen einzubauen, er überrascht seine Leser immer wieder. Er fesselt sie. Mit jeder gelesenen Seite ist man noch gespannter auf die Nächste und ich finde, man wird nicht enttäuscht. Hier liest man gerne bis zum Schluss und wünscht sich auch gern mal ein paar Seiten dazu.

Übrigens:
Von diesem schönen Buch gibt es mittlerweile sogar schon eine DVD von den Kammerspielen Wien.

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