Samstag, 18. Oktober 2014

Lesung mit Daniel Glattauer

Am 16. Oktober war ich bei der Lesung von Daniel Glattauer. Organisiert wurde das Ganze von der Buchhandlung Wittwer in Stuttgart.
Als ich an diesem Tag in die Buchhandlung kam, um noch einmal ein bisschen zu stöbern, bevor es mit der Lesung richtig losging, sah ich auch gleich ein Plakat mit der Aufschrift 'die Lesung findet heute in der BW-Bank statt'. Auf meine Nachfrage hin, warum die Lesung verlegt wurde, wurde mir gesagt, dass der Andrang für die Buchhandlung selbst einfach zu groß sei.
Natürlich hat mich das bei einem Daniel Glattauer nicht wirklich verwundert aber da es freie Platzwahl gab habe ich einfach gehofft, dass ich trotz allem einen guten Platz bekommen würde.
Am Ende habe ich in der zweiten Reihe gesessen, wobei die Reihe auf der einen Seite aus 4 Stühlen und auf der anderen Seite aus 5 Stühlen bestand.


Die Eintrittskarten waren übrigens gefaltete Papierflieger, für die man sich die Farbe aussuchen konnte. Das war eine wirklich gelungene Idee, die bei allen Besuchern gut ankam.

Ich habe Daniel Glattauer bis dahin noch nie live oder im Fernsehen gesehen und kannte ihn nur von seinen Büchern. Meine Erwartungen an ihn waren daher zwar nicht extrem hoch, weil ich ihn schon kannte, aber irgendwie ist er nun einmal "mein Autor". Und damit sind die Erwartungen an ihn doch auch nicht niedrig gewesen. Er ist - mehr oder weniger - eben der Autor, von dem ich meinen "ersten richtigen Roman" gelesen habe und der mich so begeistert hat, dass ich mir auch die anderen Bücher von ihm gekauft habe. Und dass ich nicht nur Harry Potter gelesen habe, sondern auch andere Bücher. Dieser Mann ist schuld daran, dass ich in einer Buchhandlung arbeite!
Als Daniel Glattauer an diesem Abend also den Raum betreten hat war ich sehr aufgeregt! Viele von euch kennen ihn vielleicht und wissen daher, wie er ist, für mich jedoch war es etwas ganz Besonderes und ich wusste noch nicht so recht, auf was ich mich da eigentlich einlasse.

Ich wusste zwar nicht genau, was ich erwartete, ich war mir aber schnell sicher, dass ich genau das nicht erwartet hatte! Ich hatte mit einem Mann gerechnet, der zwar gern Lesungen macht, der aber in seinem Leben viel erreicht hat und das auch allen anderen zeigt. Ich habe mit einem Mann gerechnet, der einen Bestseller nach dem anderen schreibt, dass die anderen auch spüren lässt, sehr viel Selbstvertrauen hat, ja vielleicht sogar ein bisschen eingebildet ist.
Der Mann, der den Raum betrat, war ganz anders! Er war nicht selbstbewusst, wie man das bei einem Bestseller-Autor so denkt, sondern beinah schon schüchtern. Mit seiner Brille auf der Nase und der Tasche über der Schulter machte er sich still und heimlich auf den Weg zur Bühne. Unterwegs dorthin wandte er sich kurz dem Publikum zu, zog die Schultern ein bisschen nach oben, winkte und sagte leise: 'Guten Abend!' Und wisst ihr was? Damit hatte er mich! Auch wenn ich ihn noch nicht gekannt hätte, ab diesem Zeitpunkt wäre er mir einfach nur sympathisch gewesen. Unglaublich, was für einen Eindruck man in nicht einmal einer Minute von einem anderen Menschen bekommen kann.
Die Art, wie er dann das ganze Publikum noch einmal mit Mikrofon begrüßte, gefiel mir auch sehr gut. Und spätestens jetzt war der Wiener Akzent auch nicht mehr zu überhören! Toll!

Könnt ihr euch vorstellen wie aufgeregt ich war? Es war einfach wunderbar!

Daniel Glattauer hat dann aus seinem neuen Roman "Geschenkt" gelesen und uns etwa eine halbe Stunde bestens unterhalten. Ihn zu lesen macht Spaß, aber ihn auch noch zu hören, das war ein echtes Vergnügen!
Sein Akzent verleiht der Geschichte das gewisse Etwas und die tollen Sätze gewinnen eine ganz andere Bedeutung. 
Ich liebe es, wie er mit der Sprache, mit Worten und Sätzen umgehen kann und wie anders es doch klingt, wenn er selbst es liest. 
Ich bin nun wirklich traurig, dass er seine Hörbücher nicht selbst liest, aber vermutlich hat er dafür auch gar keine Zeit. Wirklich, wirklich schade, aber auf neue Bücher von ihm würde ich ehrlich gesagt auch nicht verzichten wollen. Oder gar auf seine Lesungen. Das geht ja auch nicht!
Als er dann sein Kapitel beendet hatte, entschuldigte er sich, dass er so lange gelesen hatte und sagte, er hätte uns hoffentlich nicht gelangweilt. Dass das Publikum aber eher traurig war, weil er schon zu Ende gelesen hatte war deutlich zu spüren. Wir hatten viel zu viel gelacht, fast geweint, an unzähligen Stellen geschmunzelt und wollten einfach wissen, was denn jetzt mit Gerold, Manuel und all den anderen passiert. Und das Ganze bitte von IHM vorgelesen. Jetzt. SOFORT!
Und dann fragt er uns, ob wir denn schon gelangweilt wären. Also bitte!
Könnt ihr euch das vorstellen?

Nach der Lesung gab es dann noch ein Gespräch mit einem Moderatoren vom SWR2. Es wurden viele Fragen gestellt und Daniel Glattauer stand sowohl dem Publikum als auch dem Moderatoren Rede und Antwort. Anschließend gab es die Möglichkeit seine Bücher signieren zu lassen und als echter "Fan" konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.
"Gut gegen Nordwind" und "Geschenkt" durften dafür schon am Nachmittag ihren Platz im Regal verlassen um am Abend ihrem Schöpfer gegenüberzutreten! :D

Überraschenderweise wollten wirklich wenige Leute eine Signatur, weshalb ich auch nach nicht einmal 5 Minuten endlich DEM Mann gegenüberstand. Aufgeregt wie ich war wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte, und stammelte erstmal "Äääh.... Hallo.... Herr Glattauer." Ich habe ihm gleich danach auch erklärt wie aufgeregt ich sei und dass er mir das bitte nachsehen möge. Er lachte nur und meinte er sei ja kein Popstar und würde auch nicht beißen. Puh, damit war die erste Hürde überwunden.
Auf Instagram und Facebook konntet ihr ja schon sehen, dass ich kreativ war und meine Nägel passend zum neuen Roman lackiert hatte. Als ich ihm meine beiden Bücher also über den Tisch schob und er meine Hände sah schaute er mich kurz verblüfft an. Dann sagte er "Das ist ja cool!" woraufhin sich der halbe Raum nach mir umdrehte, um einen Blick zu erhaschen. Daniel Glattauer zückte sein Handy und fragte, ob er ein Foto machen dürfte. Von meinen Nägeln und seinem Buch, wenn es recht wäre.



Natürlich konnte ich nicht Nein sagen, insgeheim habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind an Weihnachten! Damit war das Eis dann also komplett gebrochen und er fragte nach meinem Namen. Beide Bücher wurden dann mit einer Signatur versehen. In einem Anflug von Mut brachte ich dann sogar noch die Frage nach einem Foto heraus woraufhin ich ein schelmisches Grinsen und ein "Na klar, komm her, ich mach dir auch Platz auf meinem Stuhl" erntete.
Ein paar Fotos und nette Worte später war es dann leider schon wieder Zeit mich zu verabschieden.




Ich hatte einen wirklich gelungenen Abend und hoffe, dass auch der Autor es so empfunden hat. Für mich war dieser Abend wie Geburtstag und Weihnachten auf einmal und ich werde mir die Erinnerung daran definitiv bewahren. Ich bin aber davon überzeugt, dass das nicht das letzte Mal war, dass ich Daniel Glattauer gesehen habe. Wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Und ja, das wäre wirklich toll. Nach gestern Abend kann ich es jetzt schon kaum erwarten!



Ich hoffe, dass ich euch damit gerade nicht gelangweilt habe. Ich bin sicher, dass ihr nun wisst, wie gern ich Daniel Glattauer mag :D Ich hoffe, dass ihr alle noch in den Genuss kommt, ihn live zu sehen. Zumindest, sofern ihr das gern tun würdet ;)

Ich schwelge jetzt noch ein bisschen in den Erinnerungen an den Abend und lese die letzten Seiten von "Geschenkt".

Viele Grüße und bis bald,

Kommentare:

  1. allerliebste Lieblingsnadine,
    <3 <3 <3 Oh man! Man spürt in dem Bericht förmlich, wie sehr du diesem Mann verfallen bist :*
    Ein wahnsinnig schöner Bericht, den ich gern gelesen habe. :)
    Liebste Grüße
    Franzi

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    1. Hallo Franzi :)
      es freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat. Und ja, irgendwie ist es ja schon so eine kleine Liebeserklärung geworden. Aber alles andere wäre dem Ganzen auch einfach nicht gerecht geworden.

      Liebste Grüße :)

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  2. Oh wie schön <3 da hattest du ja wirklich einen wundervollen Abend :)
    Ich kann mir so richtig vorstellen, wie du die Lesung genossen hast und wie es dir ging, als du vor ihm standest.
    So schade, dass ich Abends nicht einfach mal spontan nach Stuttgart kommen kann, sonst würde ich dich sicher auf die eine oder andere Lesung begleiten.

    Küsschen, Ally

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    1. Hey Ally,

      ja, der Abend war wirklich ganz toll!
      Und es wäre echt schön, wenn du einfach immer spontan herkommen könntest. Dass das nicht geht verstehe ich aber! Wer weiß, vielleicht kannst du ja trotzdem Mal für eine Lesung zu mir kommen ;) Ich würde mich freuen!

      Fühl dich gedrückt :*

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  3. Ein klasse Buch, das ich auch schon verschlungen habe. Und ohne Signatur wäre ich an dem Abend auch nicht weggegangen!
    Viele Grüße,
    Olivia
    P.S. Tolle Nägel ;-)

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    1. Hallo Olivia,
      danke für deinen Kommentar.

      Für mich war es auch nicht wirklich verständlich, wie man sich ein Buch vor Ort kaufen und dann ohne Signatur gehen kann.... Hast du denn auch schon andere Bücher von ihm gelesen? :)

      Vielen Dank und viele liebe Grüße,

      Quieschie

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  4. das hört sich ja nach einem tollen erlebnis an! leider hab ich es noch nie geschafft, bei einer lesung von ihm dabei zu sein, wenn ich das so höre, sollte ich das aber dringend nachholen.
    letzte woche hab ich mir erst wieder die dvds von gut gegen nordwind und alle sieben wellen angeschaut. das wird nie langweilig und bringt immer die erwartete freude und leichtigkeit ins herz. ich mag es so sehr, wie er mit der sprache spielt, das finde ich ganz wunderbar.
    ps: wirklich tolle fingernägel :)

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  5. Ein sehr schöner Bericht! Da wächst einem der Autor gleich noch mehr ans Herz. Ich hatte das Buch "Geschenkt" schon mehrfach in der Hand. Jetzt bin ich kurz davor, die nächste Buchhandlung deswegen zu stürmen :-)

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